Wissenschaft als Objekt, nicht als Richterin: Ein Essay über Zahlen, Körper und die Grenze der Übersetzung

I. Es beginnt, wie es oft beginnt: mit einem Fachartikel, der fertig werden soll. Die Aufgabe war überschaubar – ein Text über Drucksteuerung beim Blood Flow Restriction Training, über Zahlen, Manschetten, physiologische Grenzwerte. Handwerk. Das Material lag vor, die Gliederung stand, die Recherche war getan. Und doch gab es einen Punkt, an dem sich der […]

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Die Matrix, die niemand verlässt

Wir haben bereits gesehen, dass die Grenze zwischen Simulation und Wirklichkeit brüchiger ist, als sie zunächst scheint – ob im Holodeck, das seine Insassen nicht als Konstruktion erkennen lässt, oder in einem Bewusstsein, das Wirklichkeit erst durch Erinnerung und Deutung erzeugt. Kaum ein Film hat dieses Paradoxon jedoch so nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein gebracht wie

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Die Konstruktion der Zeit: Warum uns die Physik die Wirklichkeit nicht erklären kann

Zeit – das Skelett des Verstandes Wir gehen davon aus, dass Zeit da ist – unabhängig von uns, objektiv, messbar wie eine Länge oder ein Gewicht. Wir nehmen an, dass eine Uhr uns anzeigt, wie viel von dieser Zeit „verstrichen“ ist, ganz so, wie ein Lineal die Länge eines Tisches anzeigt. Doch was misst eine

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Gefangen im Holodeck des eigenen Schädels: Das verrückte Paradoxon unserer Realität

Wenn wir über die Natur unserer Wirklichkeit nachdenken, landen wir meistens sofort bei einem Film: Die Matrix. Die Idee fasziniert uns bis heute: Ein Gehirn liegt in einer Schleimkapsel, wird von Maschinen mit Kabeln gefüttert und bekommt eine perfekte, digitale Scheinwelt ins Nervensystem eingespeist. Du glaubst, du isst ein saftiges Steak, aber in Wahrheit sind

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Adaption versus Regeneration: Das biologische Paradoxon im Sport

Das Bild ist aus dem modernen Sport kaum noch wegzudenken: Athleten, die unmittelbar nach einer intensiven Trainingseinheit in ein Eisbad steigen, Kompressionsstiefel anlegen oder zu entzündungshemmenden Mitteln greifen. Das Ziel hinter diesen Routinen ist eindeutig: Der Körper soll so schnell wie möglich wieder in seinen schmerzfreien, ausgeruhten Ausgangszustand versetzt werden. In der allgemeinen Trainingspraxis gilt

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Der unsichtbare Akku: Zur Struktur der Erschöpfung in der Demenzpflege

Eine Anmerkung vorab: Dieser Text richtet sich in erster Linie an pflegende Angehörige – weniger an professionelle Pflegekräfte. Der Grund dafür liegt im Kern des hier beschriebenen Problems: Professionelles Pflegepersonal verlässt nach Dienstende den Ort der Betreuung und damit auch das räumliche Feld, in dem die beschriebene Kopplung der Nervensysteme wirkt. Pflegende Angehörige haben diese

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Fan des Sports, nicht der Mannschaft: Was die Tour de France vom Fußball unterscheidet

Einleitung: Das Ende des Lagerfeuers Es gab eine Zeit, in der Fernsehen bedeutete, dass Millionen Menschen gleichzeitig dasselbe sahen. Drei, vier Programme, ein gemeinsamer Bildschirm-Rhythmus – wer am nächsten Morgen mitreden wollte, hatte kaum eine Wahl, als am Vorabend eingeschaltet zu haben. Diese erzwungene Gleichzeitigkeit schuf so etwas wie ein mediales Lagerfeuer: einen Ort, an

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Der Hypergravitations-Schock: Wie Anatoly das Ego von Bodybuildern demontiert

Mit über 9,5 Millionen Abonnenten auf seinem YouTube-Kanal „Anatoly“ und oft 20 bis 50 Millionen Aufrufen pro Video gehört Igor Voitovych zu den erfolgreichsten Fitness-Content-Creators weltweit. Die Masche ist simpel: Ein schmächtiger Typ im blauen Hausmeisterkittel schlurft mit einem Wischmopp durch ein Fitnessstudio, wird von den dortigen Muskelbergen arrogant belächelt oder ignoriert, greift sich dann

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Druck als Prüfstein: Wie biologische und soziale Systeme auf Störungen reagieren

Systeme bestehen nicht nur, sie reagieren. Und gerade in der Reaktion auf Störungen zeigt sich oft ihre eigentliche Logik: Nicht das bloße Beharren auf dem Gegebenen sichert ihr Fortbestehen, sondern die Fähigkeit, unter Druck eine neue Ordnung zu bilden. Ob es sich um eine biologische Zelle unter Sauerstoffmangel oder um ein hochspezialisiertes Profi-Radsportteam bei der

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Kognitive Geizhälse: Warum die Tyrannei der absoluten Antwort regiert

Das menschliche Gehirn ist ein energetischer Sparkomplex. Es operiert, wo immer möglich, nach dem Prinzip des geringsten Widerstands. In der Kognitionspsychologie existiert dafür ein prägnanter Begriff: Cognitive Misers – kognitive Geizhälse. Vieles spricht dafür, dass wir Denkarbeit verweigern, sobald sich eine Abkürzung anbietet. Wahrheitsfindung erfordert Energie; das Akzeptieren von Mustern hingegen schont die Ressourcen. Auch

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