Was kann der 4DPro Reaction Trainer?

Sieht aus wie ein gewöhnlicher Sling-Trainer, ist aber keiner. Das Gerät ermöglicht eine andere Trainingsform als starre Systeme. Wir erklären wie es funktioniert.

Schlingentrainer haben sich mittlereweile als fester Bestandteil im Rahmen von funktionellen Trainigsformen in der Rehabilitation, dem Leistungssport und Fitnesstraining etabliert. In der Regel sind wir sehr konservativ was die Wahl der Trainingsmittel angeht. So leisten uns die guten alten Turnringe seit über sechs Jahren gute Dienste. Was „Innovationen“ angeht, sind wir also sehr kritisch eingestellt. Auf den 4DPro wurden wir das erste mal auf der FIBO 2012 aufmerksam. Marek Joschko von pullsh Athletiktraining zeigte mir am Messestand des Herstellers das Gerät und fragte mich, was ich davon halten würde. Nach einem kurzen Antesten wurde klar, dass die Bewegungs- und Kontraktionsmuster nicht mit konventionellen Schlingentrainern vergleichbar sind. Was aber macht man dann damit? Welche Trainingseffekte können damit erzielt werden?

Liegestütz-Bremsen mit der Schock-Methode

Wir nutzen den 4DPro als Hilfsmittel im Rahmen der progressiven Belastungssteigerung bei der sog. Schock-Methode. Dieser Begriff (in Deutschland auch unter Schlagmethode bekannt) geht auf den russischen Trainingswissenschaftler und Leichtathletiktrainer Prof. Juri Werchoschanski zurück. Werchoschanski gilt neben anderen russischen Trainingswissenschaftlern als ein Pionier des Schnellkrafttrainings und als maßgeblicher Vater der Schock-Methode, die im englichspraqchigen Raum oft als „Plyometrics“ bezeichnet wird. Werchoschanski selbst bevorzugt jedoch den Begriff Schock-Methode, da unter „Plyometrics“ mittlerweile eine Fülle von allgemeinen Sprungübungen zu finden sind, die mit den Grundprinzipien der Schock-Methode kaum etwas gemein haben.

Das Übungsbeispiel im Video zeigt die Übung Liegestütz-Bremsen („Push-Up-Deceleration“)

Durch die schnelle Dehnung der vorgespannten Muskulatur wird eine höhere Anzahl motorischer Einheiten innerviert. Es entfällt die innitiale Bewegungsblockade (statischer Anteil), was zu einer erhöhten Kontraktionskraft im dynamischen Teil führen soll (siehe auch Weineck, 2007).

Allerdings übt diese Methode auch hohe Belastungen auf den Bewegungsapparat und das Nervensystem aus, so das sie nur im Leistungssport eingesetzt wird. Die Voraussetzung für die Anwendung dieser Methode ist ein gut ausgeprägtes Kraftniveau mit einem entsprechend vorbereiteten aktiven und passiven Bewegungsapparat. Für den Fitnessbereich und Einsteiger ist es daher ungeeignet. Das Verletzungsrisiko ist bei fehlerhafter Durchführung erheblich.

Die Wirksamkeit der„Push Up Deceleration“ ist nur bei der Berücksichtigung verschiedener Parameter gegeben:

  • Optimale Fallhöhe
  • Stabilisierung des Rumpfes
  • Energieabsorption über die Finger
  • Vorangegangene Trainingsinhalte

Hier eignet sich der 4DPro hervorragend, um sich schrittweise an die Belastungen zu gewöhnen. Durch die optimale Kombination verschiedener Trainingsmethoden, kann die Trainingseffektivität deutlich gesteigert werden (Werchoschanski, 1988). Die Schock-Methode ist, wenn man so will, das Bindeglied zwischen den Training im Kraftraum und dem sportartspezifischen Training.

Literatur

Dobrowolskij, D., E. Golowin. (1974). Eine Methode zur Ausbildung der Explosivkraft. Die Lehre der Leichtathletik, 1409

Werchoschanski, J. (1988). Effektiv trainieren: neue Wege zur Planung und Organisation des Trainingsprozesses. Berlin: Sportverlag.

Weineck, J. (2007). Optimales Training. Balingen: Spitta

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