Pollmer: Esst endlich normal

P wie Pollmer oder P wie polarisieren. Genau dafür ist der Lebensmittelchemiker, der gleichzeitig wissenschaftlicher Leiter des von ihm gegründeten Vereins Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e. V. (EU.L.E.) in München ist. Er ist seit je her dafür bekannt Kerben in gängige Ernährungsweisheiten- und wissenschaften zur schlagen und unmissverständlich deren bewussten Fehlleistungen aufzudecken.

pollmerWas ist drin? Was ist dran?

Das Erste wodurch dieses populärwissenschaftliche Buch bereits aus dem Rahmen fällt ist die Tatsache, das alle Aussagen mit nachprüfbaren Literaturquellen belegt sind. Hier sind Studien erwähnt von denen die Öffentlichkeit noch nie etwas gehört hat, weil sie einfach nicht die passenden Daten zur allgemeinen Schlankheitshysterie liefern. Dabei gab schon der us-amerkanische Nobelpreisträger Linus Pauling zu bedenken: „Wissenschaft ist Irrtum auf den letzten Stand gebracht“

Die drei Hauptaussagen des Anti-Diätbuches

  1. Übergewicht und Fettleibigkeit sind a) willkürliche Definitionenb) nur in seltensten Fällen Auslöser von Krankheiten.„Übergewichtige“ leben im Schnitt länger als „Normalgewichtige“ und „Untergerwichtige“.
  2. Es gibt keine Übergewichtsepedemie. Die in Teilen der Bevölkerung beobachteten Gewichtzunahmen über das natürliche Maß hinaus gehen meist auf Krankheiten, Diäten und andere Abspeckmaßnahmen oder aber Fernsehen, negativen Stress und gestörtem Schlaf zurück
  3. Der „Kampf gegen das Übergewicht“ dient weder der Gesundheit noch der Rettung der Krankenkassen vor dem finanziellen Zusammenbruch. Es bewirkt zuallererst eine Umverteilung des Kapitals und eine Bereicherung der beteiligten Gruppen. Dabei hat sich die Erzeugung von Angst vor Krankheit, Siechtum und Tod als wirksames Geschäftsprinzip erwiesen.

Furztrockene Polemik

Die Aussagen des Autors werden sehr gut durch verschiedenste Studien untermauert. Vor allem aber sind Sie aus den allgemeinen Beobachtung selbst erschließend und logisch nachvollziehbar. Was besonders gefällt ist die furztrockene Polemik in den einzelnen Darstellungen, wie z.B. die staatlich geförderte Jagd auf dicke Kinder und die magersüchtigen Moderatorinnen und Redakeurinnen in den Lifestyle- und Frauenmagazinen, welche viele Frauen unglücklich und geradewegs in die Essstörung führen. Die „Plattform Ernährung und Bewegung“ der Bundesregierung kriegt mehrfach ihr Fett weg. Zum totlachen!

Fazit

Dieses Buch ist ein Schlankmacher….vom vielen Lachen über Pollmers süffisante Art sich über die Dünnen und den Diätwahn der Gesellschaft lustig zu machen. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, das Buch stellt den Versuch eines intelligenten Dicken dar, auch mal den Dünnen contra zu geben. Nun sei es drum, die kontroversen Diskussionen um dieses Buch zeigen nur, das Essen und Schönheitsideale in unserer Gesellschaft einen Stellenwert wie Religion oder Politik haben. Und da gibt es immer Streit.

Als gesellschaftskritische Menschen sagen wir jedoch: Das Buch gefällt!

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