Die 5 größten Fitness-Mythen

Zahlreiche Fitness-Mythen. führen ein zähes leben. Ich habe mir fünf Meisterlehren vorgenommen und näher betrachtet. Die Ergebnisse werden Viele überraschen.

 

Mythos Nr. 1: No Pain, No Gain

Wenn man diesen Spruch in seiner Bedeutung näher analysiert, heißt es frei übersetzt: „Ohne Schmerzen keine Fortschritte“. Logische Schlussfolgerung: Je mehr Schmerzen, desto größer die Fortschritte. Dies ist an Widersinnigkeit kaum zu überbieten. Schmerzen sind Gefahrensignale, mit denen das Nervensystem uns vor Schädigungen zu schützen versucht. Aus diesem Grund sollte man versuchen die Bedeutung der Körpersignale zu verstehen und danach zu handeln. Langfristig gedacht scheint es klüger zu sein, wenn man versucht mit dem Körper zu arbeiten, nicht gegen ihn. Konsequenterweise sollte der Spruch lieber „No Brain, No Gain“ heißen.

Mythos Nr. 2: Sport ist der Schlüssel beim Abnehmen

Es gibt keine evidenzbasierten Belege dafür, dass man durch mehr Sport das Körpergewicht reduzieren kann. Mehr dazu in diesem Artikel. Die Bedeutung eines niedrigen Energieverbrauchs wird hinsichtlich der Entstehung von Übergewicht überschätzt. Die positive Energiebilanz vieler Übergewichtiger kommt vornehmlich durch eine zu hohe Energieaufnahme zustande (Swingburn et al. 2006). Logische Schlussfolgerung: Bewegung steigert das Wohlbefinden und ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer artgerechten Lebensweise. Wer abnehmen will, sollte vor allem weniger essen.

Mythos Nr. 3: Ich muss viel trainieren, um Ergebnisse zu erzielen

Man muss lediglich etwas mehr tun, als man bisher getan hat. Ziel eines langfristig erfolgreichen Trainingsaufbaus ist eine positive Aufwärtsspirale zu kreieren. Was zählt ist Dauerhaftigkeit. Der kleinste Schritt dafür ist die Trainingseinheit. Wenn man mit der richtigen Intensität und Umfang trainiert, fühlt man sich am Ende einer Einheit nicht erschöpft, sondern bereit für den nächsten Schritt. Es gibt viele Trainingsparameter, deren Stellschrauben man fein justieren muss, statt sinnlos seine Kräfte zu verpulvern. Die Devise „Viel hilft viel“ hat im Rahmen eines Trainings mit Verstand nichts verloren.

Mythos Nr. 4: Ich muss Sport machen, um gesund zu werden

Besser ist es zuerst einmal gesund zu werden, damit man danach Sport machen kann! Wenn der Körper nicht richtig funktioniert, ist Sport wenig sinnvoll. Schließlich soll Sport nützlich sein und nicht schaden.

Mythos Nr. 5: Bewegung ist zu einfach, um etwas falsch machen

Die Meisten dürften schon einmal etwas vom Intelligenz Quotienten gehört haben. Er stellt eine Messgröße für unsere intellektuellen Fähigkeiten dar. Der bekannte Körpertherapeut Thomas Myers hat einmal erwähnt, dass es im Grunde auch einen Kinästhetischen Quotienten (KQ) geben müsste, der die Bewegungsintelligenz eines Menschen misst. Der KQ würde zeigen wie anmutig oder ungelenk der Körper in Bewegung agiert. Gleichzeitig würde er eine Aussage darüber erlauben, wie fein wir unseren Körper in Bewegungsabläufen wahrnehmen und eventuelle Gefahrensignale verstehen können. Er würde uns zeigen, wie hoch unsere koordinativen Fertigkeiten in beliebigen Bewegungen entwickelt sind.

Da Menschen in einer technisierten Gesellschaft ihren Körper kaum benutzen, degeneriert auch die Bewegungsintelligenz. Die Bindung und das Vertrauen an High-Tech sind oft größer als an den eigenen Körper. Das Resultat ist die Bewegungslegasthenie, bei der man seinen Körper nur noch unscharf wahrnimmt, sich dessen jedoch nicht bewusst ist. Um Fehlbelastungen zu vermeiden sollte man seinen KQ gezielt vergrößern.

Swinburn B.A., Jolley D., Kremer P.J.., Salbe A.D., Ravussin E. (2006) Estimating the effects of energy imbalance on changes in body weight in children. American Journal of Clinical Nutrition, S.859–863.

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