Wie KAATSU den molekularen Muskelmotor ermüdet

Wer sich richtig auspowern will muss den Körper an seine Grenzen bringen. Mit KAATSU-Training reicht schon ein Bruchteil der Belastung weil die muskuläre Sauerstoffversorgung eingeschränkt wird.

Lokale Muskelererschöpfung spüren wir normalerweise nur bei hoher externer Belastung, wie beispielsweise dem wiederholten Heben von schweren Lasten oder bei hohen Geschwindigkeiten in einer Sportart. Unter KAATSU-Bedingungen können wir die Auswirkungen von starken lokalen Ermüdungsprozessen bereits bei sehr leichter Bewegung mit geringer externer Belastung beobachten, bei der es normalerweise zu keinen vergleichbaren Effekten kommt. Wie ist das zu erklären?

Wenn dem molekularen Muskelmotor der Treibstoff ausgeht

Einfach ausgedrückt kann man sich das so vorstellen: Die Aufrechterhaltung der Muskelkontraktion bei einer bestimmten Intensität ist eine Frage der Balance zwischen Energieproduktion und Energieverbrauch. Wenn kein Sauerstoff zur Verfügung steht, kann der molekulare Muskelmotor nicht mehr lange arbeiten und muss den Muskeltreibstoff Adenosintriphosphat (ATP) aus anderen Quellen gewinnen. Wenn die Muskeln keinen Sauerstoff verwenden, spricht man von einer anaeroben Kontraktion.

Unter anaeroben Bedingungen kommt es einer deutlichen Erhöhung des Säuregehalts in der Muskelzelle, was die biochemischen Reaktionen hemmt, die notwendig sind, damit Aktin und Myosin Kraft erzeugen und sich gegeneinander verschieben können. Die biochemischen Veränderungen werden als die Ursache für das brennende Gefühl angesehen, die in den Muskeln spürbar sind, wenn wir ermüden und unsere Aktivität stoppen müssen. In der Physiologie wird das ganze auch als metabolischer Stress bezeichnet.

Muskelermüdung im Vergleich
Die Physiologie der Muskelermüdung: KAATSU und traditionelle Ansätze

Metabolischer Stress ist das Ergebnis einer hohen Aktivität der anaeroben Glykolyse für die Resynthese von Adenosintriphosphat (ATP) und zeichnet sich durch den nachfolgenden Aufbau von Metaboliten wie Laktat, Wasserstoffionen und anorganischem Phosphat aus. Die Ansammlung von diesen Stoffwechselprodukten im Muskel ist Auslöser für eine Reihe ausgeprägter Reaktionen, die zu einem Anstieg anaboler Hormone (z.B. Testosteron, Wachstumshormon [GH], insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1[IGF-1] Myokine, z.B. Interleukin 6[IL-6] führen.

Smart statt hart

Statt indirekt über hohe externe Belastungen eine anaerobe Energieversorgung zu erzwingen, greift die KAATSU-Methode direkt in die Sauerstoffversorgung der Muskelzelle ein. Über sorgfältig kalibrierbare Luftbänder wird der Blutfluss aus den Gliedmaßen gezielt verlangsamt wodurch ein lokaler Sauerstoffmangel (Hypoxie) und Metabolischer Stress bereits ohne Bewegung entsteht. Unter diesen Voraussetzungen führen bereits sehr leichte Aktivitäten zu einer lokalen Muskelerschöpfung wie sonst nur bei hohen Belastungen.

Mittels einer kinesiologischen Elektromyographie (EMG) kann über die Untersuchung der elektrischen Aktivität der Skelettmuskulatur das Innervationsverhalten bei Ermüdung untersucht werden.Wie das in der Praxis aussehen kann, ist im folgenden Experiment zu sehen:

Fazit

Letztlich basieren sowohl traditionelle Methoden als auch die KAATSU-Methode auf den selben physiologischen Mechanismen, nur sind die Kosten der Adaptation bei der KAATSU-Methode wesentlich geringer. Die praktischen Konsequenzen schaffen eine Vielzahl von Möglichkeiten Trainingsziele auf einem effizienteren Wege zu erreichen und gleichzeitig orthopädische Überlastungsschäden zu vermeiden.

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