Gehirnfitness mit KAATSU Training?

In einem aktuellen Hypothesenpapier stellten Magdeburger Forscher die Frage, ob KAATSU Training eine effektive Methode zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten sein könnte.

Zusammenhänge zwischen Gehirngesundheit und körperlicher Leistungsfähigkeit sind heute allgemein anerkannt. Traditionelle Trainingsmethoden haben bereits seit längerem ihre Wirksamkeit in diverser Hinsicht unter Beweis gestellt. Problematisch wird es jedoch bei Personen, die körperlich nicht belastbar sind. Ihnen fehlt die Möglichkeit ihren Organismus wirksamen Belastungsreizen auszusetzen. Hier könnte KAATSU Training ein bislang nicht adressierbares Dilemma lösen und der folgenschweren Abwärtsspirale bei nicht belastbaren Menschen entgegenwirken.

Mit der KAATSU Methode lässt sich über feine Kalibrierung der Luftdruckbänder der Blutfluss so modifizieren, dass es zu einem trainingswirksamen metabolischem Stress kommt. Metabolischer Stress führt zu komplexen lokalen und systemischen Adaptationen. Diese Effekte macht man sich beispielsweise in der Methode der Entfernten Ischämischen Vorbereitung zunutze, um kardio- und gehirnprotektive Effekte bei schlaganfallgefährdeten Personen zu erzielen.

„Ein verbesserter Blutfluss im Gehirn verbessert die Denkfähigkeit“.

Da die vermehrte Laktatproduktion ein essentielles Merkmal der KAATSU Methode ist, könnte die Wirksamkeit möglicherweise auch über den Gehirnmetabolismus erklärt werden. Eine KAATSU Fallstudie an an einem Demenz-Patienten konnte zumindest in der klinischen Praxis vielversprechende Ergebnisse aufzeigen. Andere Forschung im Bereich Gehirn und Blood Flow Restriction Training zeigt die erhöhte Erregung bestimmter Hirnareale an.

Rolle der Astrozyten bei Erkrankungen

Eine besondere Rolle könnten spezielle Gehirnzellen, die sog. Astrozyten spielen. Astrozyten sind die am häufigsten vorkommende Zelle im Gehirn. Sie helfen auf Verletzungen zu reagieren und sind wichtig für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Gesundheit des Gehirns, indem sie Neuronen unterstützen, Neurotransmitter recyceln und die Bildung und Beseitigung der Verbindungen zwischen Neuronen regulieren. Die Astrozytendysfunktion spielt bekanntlich eine Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen, aber wie sich die Astrozyten während des normalen Alterns verändern, ist nicht bekannt. Eine Möglichkeit, diese Veränderungen zu verstehen, ist die Transkription von Genen in Astrozyten.

Fazit

Eine ganze Reihe fundierter physiologischer Erklärungsansätze deutet auf die Wirksamkeit von KAATSU Training im Bereich Gehirngesundheit hin. Erste Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse. Um konkretere Zusammenhänge nachzuweisen braucht es jedoch noch mehr Forschung in diesem Bereich. Allerdings ist die Praxis der Wissenschaft immer voraus, denn hier können KAATSU Anwender bereits einige Erfolge vorweisen.

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