The New Encyclopedia of Modern Bodybuilding

Bei Arnold Schwarzenegger musste schon immer alles groß sein: Autos, Uhren, Schmuck, Möbel… Da macht auch die 800 Seiten starke The New Encyclopedia of Modern Bodybuilding keine Ausnahme. Eine Rezension dieser Bibel des Eisensports darf in einer Eisenklink natürlich nicht fehlen.

schwarzenegger-heiduk_bigIch bin dann mal eben in Arnie’s Heimatstadt nach Thal gefahren und habe mir The New Encyclopedia of Modern Bodybuilding direkt aus dem Regal in der Diele seines Elternhauses genommen. Leider war er gerade nicht da, sonst hätte ich gerne noch bei einem Apfelstrudel mit Ihm einen kleinen Small Talk gehalten. Egal, beim nächsten mal vielleicht.

Warum wird hier ein Bodybuilding-Buch rezensiert? Erstens: Muskelaufbautraining ist ein elementarer Bestandteil eines jeden Krafttrainings – in jeder Sportart. Die Methoden aus dem Bodybuilding haben sich hierbei bestens bewährt. Das Buch hält in „Bodybuilding for Athletes“ eine recht ausführliche Beschreibung von Weltklasse-Athleten verschiedener Sportarten bereit, die mit diesen Methoden trainiert haben. Zweitens: Die Wurzeln der Eisenklinik stammen aus dem Bodybuilding. Drittens: Arnold ist Kult!

Die erste Ausgabe von 1985 steht bei Dr. Peter Preuß im Bücherregal und wurde – damals noch im Heyne-Verlag erschienen – ins Deutsche übersetzt. Die zweite überarbeitete Ausgabe ist von 1998 und hat damit auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Nichtsdestotrotz haben die Inhalte nicht an Bedeutung verloren, denn Geschichte, Physik, Physiologie, Nahrungsmittel, Trainingsübungen und -prinzipien sind die selben geblieben.

Arnold wird bei dieser Ausgabe seine Finger kaum selbst im Spiel gehabt haben. Das macht aber nichts, denn das Bodybuilding-Netzwerk des Terminators verfügt schließlich über alle führenden Szene-Insider und die sollten wissen wovon sie reden.

Was ist drin?

Wie es sich für eine Bibel gehört ist auch der vorliegende Wälzer in mehrere Bücher aufgeteilt. Buch eins erzählt die Evolutionsgeschichte, von der Vor-Bodybuilding-Ära der alten Hantelpioniere, bis hin zum Übergang zum Bodybuilding. Die Bodybuilding-Entwicklung wird schrittweise von den 1940er Jahren, Jahrzehnt um Jahrzehnt, bis zu den 1990er aufgearbeitet. Die zahlreichen Fotos dokumentieren eindrucksvoll die Entwicklung dieser Körperkultur.

Was mir in Buch eins noch sehr gefallen hat, war die terminologische Differenzierung zwischen Weightlifting, Resistance Training, Strength Training und Bodybuilding*. Zudem wird sich auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob Bodybuilding überhaupt ein Sport ist.

*In der englischen Sprache werden diese Begriffe oft als Synonyme verwendet, bezeichnen genau genommen jedoch unterschiedliche Inhalte. In Harvey Newtons „Explosive Lifting for Sports“ finden sich weitere gute Definitionen zu diesen Begriffen.

In Buch zwei werden detailliert grundlegende Trainingsprinzipien besprochen und Richtlinien zur Individualisierung des Trainings vorgeschlagen. Einen terminologischen Fauxpas leistet sich das Buch dort jedoch: Mit „Power Training“ wird dort Krafttraining im Sinne von Maximalkrafttraining beschrieben. In der amerikanischen Trainingsliteratur ist damit jedoch Schnellkrafttraining gemeint.

Buch drei vereinnahmt mit über 300 Seiten den Löwenanteil der Bibel. Hier werden so ziemlich alle nur erdenklichen Übungen bebildert und beschrieben. In Buch vier geht es um Bodybuildig-Wettbewerbe. Vom Haarschnitt über Posing bis hin zur psychologischen Kriegsführung wird in unzähligen Details geschildert, worauf es bei einem erfolgreichen Wettbewerb ankommt.

Im letzten Buch geht es um Verletzungen, Ernährung und Wettkampfdiät. Vor dem Hintergrund der mittlerweile gigantischen Informationsflut zu diesen Themen mag dieser Abschnitt ein wenig oberflächlich erscheinen. Einem Lexikon wirft man jedoch auch nicht vor jeden Punkt bis ins tiefste Detail zu behandeln.

Fazit

Dieses Buch gehört wahrlich in den Schrein eines jeden Eisenjüngers und Arnold-Fans. Unübertroffen in seiner Vielfalt. Auch wenn man mit der englischen Sprache auf Kriegsfuß steht, lohnt sich die Anschaffung. Allein durch die zahlreichen gegenübergestellten Fotos von Athleten aus verschiedenen Bodybuilding-Epochen und der umfangreichen Übungssammlung. Zudem gibt es einige seltene Arnold-Fotos, die seine gute Genetik bereits nach wenigen Monaten Training aufzeigt.

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