Was ist kinesiologisches Taping?

Siegfried Breitenbach ist Sportphysiotherapeut der Deutschen Triathlon-Nationalmannschaft und war Mitglied des Deutschen Olympischen Teams in Sydney 2000 und Athen 2004. Der Chefausbilder der K-Active Europe GmbH berichtet im folgenden Artikel über den Nutzen und die Wirkungsweisen des kinesiologischen Tapings im Sportbereich.

Auf den internationalen Wettkampfbühnen des Hochleistungssports und auch bei der letzten Olympiade fallen sie immer öfter ins Auge: Farbige Tapes im Nacken, an der Achillessehne oder am Handgelenk von Sportlern. Die bunten Aufkleber wirken wie auffälliges Accessoires. Doch was steckt eigentlich dahinter und warum eignet sich Tapes besonders für Sportler?

Geschichte und Wirkungsweisen

In den 80er Jahren machte der japanische Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase die Erfahrung, dass die Behandlung seiner Patienten mit klassischem Sporttape nicht die gewünschte Wirkung erzielte. Er begann darauf hin mit verschiedenen Tapematerialien zu experimentieren. Zusammen mit dem japanischen Unternehmen Nitto Denko entwickelte er schließlich das kinesiologische Tape. Es zeigte erstaunliche Wirkungen bei seinen Patienten. Mittlerweile hat sich diese Methode über Asien und Amerika nach Europa verbreitet. Durch den Einsatz im Hochleistungssport bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 und Turin 2006, sowie während der Fußballweltmeisterschaft 2006 wurden viele Therapeuten, Mediziner und Trainer auf diese neue Therapieform aufmerksam. In Deutschland und dem europäischen Raum kennt man sie unter dem Namen K-Active Taping.

Das entwickelte Material unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Sporttapes. Es ist den Eigenschaften der Haut bezüglich Dicke, Gewicht und Dehnfähigkeit nachempfunden. Dadurch können sensorische und mechanische Informationen an den Körper vermittelt werden, ohne den Sportler negativ in seinem Körpergefühl, der Dynamik und der Beweglichkeit zu beeinflussen. Durch entsprechende Techniken können über die Aktivierung von Rezeptoren in der Haut z.B. Einfluss auf die Muskelspannung, aber auch über die Haut-Eingeweide-Reflexe Einfluss auf die Funktion und Leistung der inneren Organe genommen werden. Durch das Anheben der Haut, besonders aber durch die sogenannten „Convolutions“, die bei dieser Muskeltechnik entstehen, werden die zirkulatorischen Informationen vor allem über das Lymphsystem verbessert. Durch Aktivierung von speziellen Rezeptoren in der Haut kommt es bei Verletzungen sehr oft in kürzester Zeit zu einer Schmerzreduktion.

Zu Beginn des kinesiologischen Tapings wurde nur dort beklebt, wo sich eine Störung bemerkbar machte. Mittlerweile wird anhand verschiedener Methoden der Körper ganzheitlich untersucht und teilweise werden Anlagen auch in entfernten Körpergebieten appliziert, um die entsprechenden Schlüsselpunkte einer Problematik positiv zu beeinflussen. Diese Vorgehensweise ist besonders bei chronischen Verletzungen oder Überlastungen wirkungsvoll.

 

Kinesiotape2Leistungssteigerung, Regeneration und Verletzungsprävention

Erklärungsmodelle sehen durch die Anlagen des kinesiologischen Tapes u.a. eine Verbesserung der Muskelansteuerung und damit eine Begünstigung der Kraftentwicklung. Dieser Faktor kann sich positiv auf die sportliche Leistung und die Stabilität der Gelenke auswirken. Durch Ligamenttechniken werden auf sensorischer und mechanischer Ebene ebenfalls Gelenke vor Überlastungen und Verletzungen geschützt. Nach hohen Trainings- oder Wettkampfbelastungen werden sehr oft sogenannte Lymphzügel angelegt, die den lymphatische Rückfluss intensiv fördern und somit die Regeneration beschleunigen. Aus Untersuchungen geht hervor, dass kinesiologisches Taping durch Bekleben von bestimmten Hautarealen die Funktion von inneren Organen optimieren kann, was sich günstig auf die körperliche Leistungssteigsfähigkeit auswirkt.

Fazit

Kinesiologisches Taping kann in vielen Bereichen des Leistungs- und Amateursports eingesetzt werden. Aus diesem Grund kann es auch für Trainer aus dem Sportbereich von Nutzen sein über Grundfertigkeiten in diesen Techniken zu verfügen, um Athleten optimal zu unterstützen.

Zu diesem Thema bieten wir in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner K-active einen speziellen Einführungskurs für Trainer an. Mehr erfahren.

Fotos: Tobias Kehlenbach.

 

 

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